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Engagierter Berufsbildner

«Ich versuche, im Alltag immer als Vorbild voranzugehen»
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Interview mit Peter Ehrlich von Peter Brand für die Berner Bildungs- und Kulturdirektion

Engagierter Berufsbildner

Berufsbildende tragen massgeblich dazu bei, dass Lernende ihre Lernziele erreichen und zu guten Fachkräften heranreifen. Wie arbeiten sie konkret? Worauf legen sie Wert? Nachgefragt bei Peter Ehrlich, Berufsbildner und Werkstattleiter bei der Garage Grünig AG in Münchenbuchsee.

Herr Ehrlich, stellen Sie uns die Garage Grünig AG kurz vor. Was macht den Betrieb aus?
Der Betrieb wurde 1982 gegründet und ist im Familienbesitz. Er vertritt die Marken Skoda, Seat, Cupra, VW und VW Nutzfahrzeuge. Das Team besteht aus 40 Mitarbeitenden mit viel Engagement und Leidenschaft für das Automobil. Trotz schnellem Wachstum und Fachkräftemangel gelingt es immer wieder, qualifizierte Berufsleute zu gewinnen und zu beschäftigen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass regelmässig «Eigengewächse» nach der Lehre verpflichtet werden können. Dies hilft mit, dass sich die Mitarbeitenden mit den Werten, dem Betriebsklima und dem gegenseitigen Umgang identifizieren können und gerne hier arbeiten.

Sie sind Werkstattleiter und seit sechs Jahren auch Berufsbildner. Was hat Sie motiviert, diese Funktion zu übernehmen?
Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen. Es bereitet mir viel Freude, junge Menschen zu fördern, sie auf ihrem Weg ins Berufsleben zu begleiten und ihnen mein Know-how weiterzugeben. Ich trage damit dazu bei, gut ausgebildete, motivierte und engagierte Fachkräfte heranzubilden, auf die unsere Branche dringend angewiesen ist.

Wie sind Sie zum Berufsbildner geworden?
Ich war zuerst jahrelang als Fachperson in einem anderen Betrieb tätig. Nach meinem Wechsel zur Garage Grünig AG, wurde mir diese Funktion angeboten. Ich absolvierte zuerst den vierzigstündigen Berufsbildnerkurs, anschliessend besuchte ich verschiedene Didaktik-Module beim Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS).

Sie sind im Betrieb zuständig für die angehenden Automobil-Fachleute EFZ und die Automobil-Assistent/-innen EBA. Wie sieht Ihr Alltag mit den Lernenden konkret aus?
Mein Prinzip lautet: vormachen, mitmachen, nachmachen. Ich lege Wert darauf, dass die Lernenden bei neuen Arbeiten begleitet werden. Dabei kann ich immer auf die Unterstützung meines Teams zählen. Verfügen die Lernenden über die nötigen Kompetenzen und mein Vertrauen, dürfen sie selbstständig an den Fahrzeugen arbeiten. Es ist schön, wie sie an der Verantwortung wachsen. Zwischendurch finden Kontrollen und am Schluss eine Endkontrolle statt. Stelle ich in der Werkstatt Mängel fest, die die Lernenden noch nicht kennen, ziehe ich sie herbei, um ihr Wissen
zu erweitern. Das gemeinsame Lernen, das Korrigieren von Tests und die Kontrolle der Ämtli gehören ebenso zum Ausbildungsalltag.

Wie würden Sie Ihre Rolle als Berufsbildner beschreiben?
Ich bin ein empathischer, pflichtbewusster, genauer, hilfsbereiter und loyaler Mensch. Mit diesen Eigenschaften bilde ich meine Lernenden aus. Ich versuche, im Alltag immer als Vorbild voranzugehen. Die Lernenden sollen sehen, dass ich mir auch als Berufsbildner respektive Werkstattchef nicht zu schade bin für anstrengende Arbeit. Wenn es die Umstände erlauben, entsorge ich auch mal selbst den Abfall, fülle Material auf und wechsle Räder. Ich arbeite gerne mit Feedbacks. Rückmeldungen von aussen sind wichtig für die Kompetenzentwicklung. Konstruktive Kritik bringt uns weiter.

Was ist Ihnen bei der Ausbildung des Nachwuchses besonders wichtig?
Ich muss die Motivation der Lernenden nach seriöser, exakter und bewusster Arbeit spüren. Dann bin ich immer bereit zu helfen. Bei mir kommt Qualität vor Quantität. Wir wollen unsere Arbeit freundlich, ehrlich, exakt, zuvorkommend und pünktlich ausführen. Geht mal etwas kaputt, müssen die Lernenden es mir melden. Ich erkenne schnell die jeweiligen Stärken und Schwächen und bilde individuell aus. Wir sind ein Familienbetrieb. Es sollte daher immer ein Geben und Nehmen sein zwischen Lernenden, mir und dem Arbeitgeber.

Welches sind die schönsten Momente Ihres Berufsalltags?
Im Prinzip freut mich jeder kleine Fortschritt der Lernenden. Manchmal braucht es mehr, manchmal weniger Unterstützung. Mit kontinuierlichem Einsatz und ehrlicher Arbeit sind erstaunliche Entwicklungen und Leistungssprünge möglich. Die grösste Befriedigung für mich sind die glücklichen und dankbaren Gesichter der Lernenden nach bestandener Abschlussprüfung.

Orginalinterview

Der «Einsteiger» ist eine Dienstleistung der Espace Media Groupe (Publikationsplattform) und des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Bern (redaktionelle Verantwortung). Er ist eine Informationsplattform zur Berufs- und Mittelschulbildung.Jeden Samstag erscheint im Stellen-Markt der Tageszeitungen Berner Zeitung BZ, Der Bund, Berner Oberländer, Thuner Tagblatt, Bieler Tagblatt und Langenthaler Tagblatt ein Artikel zu einem aktuellen Thema.

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